Die Stifterin

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Dr. Agnes Bluhm

Dr. Agnes Bluhm (*9.1.1862 in Konstantinopel, †9.11.1943 in Beelitz) war eine der ersten weiblichen Ärztinnen (Allgemeinmedizinerin und Gynäkologin) in Deutschland und aktive Frauenrechtlerin.

Dr. Agnes Bluhm eröffnete 1890 als dritter weiblicher Arzt in Berlin ihre Praxis. Sie war u.a. Chirurgin in einer Poliklinik für bedürftige Frauen. Sie prangerte schon früh die sozialen Missstände und Lebensbedingungen von sozial benachteiligten Frauen an und hat sich für die Verbesserung ihrer Lebensumstände und Arbeitssituation eingesetzt. 1900 musste sie ihre Praxis aufgrund einer Lungentuberkulose aufgeben. Anschließend widmete sie sich Fragen zur Sozial- und Rassenhygiene bei Frauen und veröffentlichte Artikel, Kongressberichte, Rezensionen usw. zu Fragen rund um Frauenarbeit, Mutterschutz, Säuglingssterblichkeit und Bestrebungen der Frauenbewegung.

1919, im Alter von 58 Jahren, erhielt Dr. Agnes Bluhm einen Forschungsplatz als „wissenschaftlicher Gast“ am Kaiser-Wilhelm-Institut für Biologie in Berlin-Dahlem. Sie forschte bis kurz vor ihrem Tod über die Wirkung von Alkohol auf die Nachkommenschaft von Mäusen. Leider wird ihr Name aus dieser Zeit fälschlicherweise mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht. Der Vorwurf ist haltlos und wird in einem Gutachten von Prof. Dr. med. Johanna Bleker (a.D.) vom Institut für Geschichte der Medizin und Ethik in der Medizin (Charité) widerlegt.

Im Herbst 1941, 80 jährig, schied Dr. Agnes Bluhm alters- und krankheitsbedingt aus dem Kaiser-Wilhelm-Institut aus. Sie starb 1943 in der Lungenheilanstalt Sommerfeld bei Berlin. In ihrem Testament verfügte sie – auch zu Erinnerung an ihre Schwester Martha – die Errichtung der „Agnes und Martha Bluhm-Stiftung“.

Die obigen Informationen sind weitestgehend dem folgenden Buch entnommen worden: Bleker Johanna, Ludwig Svenja: Emanzipation und Eugenik. Die Briefe der Frauenrechtlerin, Rassenhygienikerin, und Genetikerin Agnes Bluhm an den Studienfreund Alfred Ploetz aus den Jahren 1901 – 1938, 2007, Matthiesen Verlag, Husum, aus der Reihe „Abhandlung zur Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften“ (Winau Rolf, Bleker JohannaHrsg.)

Die Stiftung vergibt Stipendien zur Forschung über das Leben und Wirken von Dr. Agnes Bluhm. Die Stiftung erstattet dabei die Aufwände wie Material- und Reisekosten. Interessenten kontaktieren bitte den Vorstand.

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